Veranstaltung in der Freien Waldorfschule Leipzig mit dem dzb lesen

Braillespiel-Test mit einfach machbar im dzb lesen

Der Vormittag startete mit einer lebendigen Fragerunde im Stuhlkreis über den Alltag blinder Kinder und die barrierefreie Bibliothek des Deutschen Zentrums für barrierefreies Lesen (dzb lesen). Die Schülerinnen und Schüler diskutierten klug mit, bevor es um Louis Braille und seine 6 Punkte ging. Anja demonstrierte das Lesen im gedruckten Braillebuch sowie auf einer elektronischen Braillezeile und stellte sich dann einer spielerischen Herausforderung: Sie erriet von den Kindern ausgesuchte Tastabbildungen. Während die Wasserschildkröte fast als Fisch durchging, war die Gießkanne ein Volltreffer. Anjas trockener Kommentar zum spontanen Applaus: „Na ja, so was habe ich ja auch zu Hause! Eine Wasserschildkröte ist mir aber noch nie begegnet. Deshalb wusste ich nicht, wie sie aussieht.“

Danach wurde es wuselig und kreativ: Die Schüler erkundeten barrierefreie Kinderbücher und schrieben voller Eifer die eigenen Namen in Brailleschrift auf Lesezeichen, wobei sich alle großartig gegenseitig unterstützten. Einige Kinder verzichteten sogar freiwillig auf die Pause, um noch einen Platz an den Punktschriftmaschinen zu ergattern. Zum Abschied gab es auf Wunsch der Schüler noch eine kleine Vorlese-Zugabe von Anja. Ein riesiges Dankeschön geht an Caroline Schürer vom dzb lesen für die Einladung, diese besondere Unterrichtsstunde mitzugestalten, sowie an Lehrerin Carolin Erikson und ihre fantastische Klasse für ihre Offenheit und Begeisterung!

In ihrer Bachelorarbeit wird sich Marlene Michaelis, Bachelorstudentin der FH Aachen, dem Thema gemeinsames Spielen widmen. Aus diesem Anlass hat sie einfach machbar e.V. und das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) angeschrieben und letzte Woche war es soweit. Marlene hat uns in Leipzig besucht um ihre Recherche und erste Entwürfe zu inklusiven Gesellschaftsspielen zu präsentieren.

Zu dritt haben wir eine spannende Runde CABO gespielt. CABO ist ein beliebtes Kartenspiel für 2 – 5 Personen, bei dem Bluffen, Gedächtnis und Strategie im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, über mehrere Runden hinweg die Summe der eigenen verdeckten Handkarten durch geschicktes Tauschen, Spionieren oder Klauen möglichst niedrig zu halten. Die Karten hat Marlene so überarbeitet, dass die Ziffern sowohl in Brailleschrift, als auch Schwarzschrift gut tastbar sind. Auch die Symbole für Spionieren und Tauschen waren fühlbar. Marlene und ich haben mit Augenbinde gespielt, es wäre aber auch möglich in einer Gruppe von sehenden und blinden Personen zu spielen. Nach unserer Spielrunde, bei der der Sieg eindeutig an Dietmar ging, haben wir unsere Eindrücke zum Design wiedergegeben und durften noch zwei weitere, eigene Spielideen von Marlene testen.

Für uns war es ein interessantes und vergnügliches Treffen, dass Marlene uns außerdem noch mit Aachener Printen aus der Heimat versüßt hat. Wir sind gespannt, wie sich die Arbeit weiterentwickelt und sind jeder Zeit bereit für eine Revanche.

Vorlesen in der Freien Waldorfschule Leipzig_1
Mit einer Punktschriftmaschine werden von Kindern erste Schreibübungen gemacht



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