Einfach machbar e.V. ist ein Verein, bei dem Inklusion und gemeinsames Erleben mit allen Sinnen eine zentrale Rolle spielt.
Wir lassen uns dabei vom Prinzip des universellen Designs leiten.
Das Braillebilder-Projekt geht zurück auf die Zeit der Coronapandemie. Zu jener Zeit konnten wir keine Schulbesuche machen und auch keine Workshops anbieten. Diese umfassten Sensibilisierung im weitesten Sinne, verschiedene Bastelprojekte, Geschichten vorlesen und auch selbst entwickeln.
Inspiriert durch den Newsletter "The Blind Perspective" aus den USA hatte ich dann die Idee, deren sogenannte Braillables zu übersetzen und auf unserer Webseite zu veröffentlichen.
Das waren Anleitungen für Braillebilder, die nach und nach im Newsletter handverlesen erschienen.
Die Autorin fand die Idee großartig, und auch unsere Vereinsmitglieder (viele davon Sehende) waren begeistert. Sogar so begeistert, dass beschlossen wurde, die Braillebilder als komplettes Projekt auszugliedern.
Ein ehemaliger Mitschüler aus marburger Zeiten trug indirekt auch dazu bei, denn ich erinnerte mich daran, dass er auf der Eurotype immer sehr ausgefallene Bilder, auch mit Halbabständen, kreiert hatte.
Da waren Autos und noch viele andere Dinge mehr entstanden.
Wir beantragten daraufhin Fördermittel bei der Aktion Mensch, die uns nach einiger Zeit auch bewilligt wurden.
René, der mit mir zusammen mittlerweile auch Schnupperkurse zur Brailleschrift gibt und zudem beim Unterrichten der Braillenotenschrift sehr aktiv ist, stieg als sehender "Bildhauer" mit ein und holte Thomas, einen seiner Freunde, mit ins Boot, der schließlich auch die meisten Entwürfe zu den Braillebildern beisteuerte.
René zeigte Thomas ein Braillebild, und der war so fasziniert, dass er gleich selbst mit einstieg, und zwar mit einem Eichhörnchen.
Nach Projektabschluss führten wir die Bilderserie auf Renés Seite www.brailleart.de eigenständig weiter.
So gehen wir damit an verschiedene Schulen, erzählen etwas zur Entstehung der Brailleschrift und lassen die Schüler natürlich auch selbst an Tasten und Tafel.
Die Aktion in Nossen entstand über eine Freundin von Anja, die dort Lehrerin ist und zu ihrem Aktionstag etwas besonderes machen wollte. Nächstes Jahr sind wir mit einfach machbar zum fünften Mal dabei, bepackt mit Bildern, Sachen zum Tasten, Schnuppern und Erleben. Die Atmosphäre ist immer herzlich, und die Schüler sind neugierig und immer offen.
Ein Engel in Nossen
Für einige von uns Mitglieder des Vereins einfach machbar e.V. ist es schon zur Tradition geworden, beim Tag der Zivilcourage am Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen einen Projekttag für die 7. Klassen mitzugestalten. Die Schüler ertasten unter der Augenbinde Gegenstände, essen Joghurt und führen einander durch einen Parcours in der Turnhalle. Außerdem dürfen sie eine blinde Person zu deren Alltag befragen und machen einen Braille-Schnupperkurs.
Der Empfang ist immer herzlich, und die Kinder und Jugendlichen sind stets fasziniert von den Punkten. Der Name darf geschrieben werden, kleine Textchen, die wir dann vortragen, und manchmal entsteht auch ein Bild aus Punkten.
In einer kleinen Pause zwischen den Workshops hackten Anja und ich, zwei blinde Workshopleiter, mit unserem sehenden Bilderschöpfer René ein neu kreiertes Bild in die Punktschriftmaschinen.
Wir wollten es im Schnellverfahren tippen, um das Ergebnis live unter den Fingern zu haben.
Würden wir es erkennen können? Das Bild hatten wir vorher ja noch nicht betastet, also würden unsere beiden Engel in Nossen Premiere feiern. Langsam füllte sich der Klassenraum mit einer neuen Schülergruppe, die uns neugierig zuschaute. Leider reichte die Pausenzeit nicht aus, sodass wir die halbfertigen Braillebilder ausspannten und begannen, den Schülern die Brailleschrift zu erklären.
Als dann alle eifrig Brailletexte entzifferten und die Punktschriftmaschinen ausprobierten, fragte eine Schülerin, die gerade ihren Namen geschrieben hatte, freudestrahlend und aufgeregt : "Kann ich bitte den Engel haben?" "Aber der ist doch noch gar nicht fertig", sagten wir.
Das Mädchen blieb auf nette Art hartnäckig und meinte, sie würde auch allen anderen die Punktschrift zeigen und uns sämtliche Arbeiten abnehmen, wenn sie nur dieses Bild bekommen könnte.
Am Ende haben wir die Engel natürlich fertig getippt und beide dann an die Kinder verteilt. Das eine Braillebild bekam selbstverständlich das Mädchen, unsere eifrige Helferin, das andere durfte ebenfalls mitgenommen werden.
Das Strahlen in der Stimme des Mädchens werde ich nie vergessen! Und auch sie hat uns beschenkt. Nach dem Kurs reichte sie Anja einen Zettel, auf den sie in Braille geschrieben hatte: "Ich bin sehr froh, diese Erfahrung mit Ihnen gemacht zu haben."
Einfach machbar e.V. ist ein Verein, bei dem Inklusion und gemeinsames Erleben mit allen Sinnen eine zentrale Rolle spielt.
Wir lassen uns dabei vom Prinzip des universellen Designs leiten.
Das Braillebilder-Projekt geht zurück auf die Zeit der Coronapandemie. Zu jener Zeit konnten wir keine Schulbesuche machen und auch keine Workshops anbieten. Diese umfassten Sensibilisierung im weitesten Sinne, verschiedene Bastelprojekte, Geschichten vorlesen und auch selbst entwickeln.
Inspiriert durch den Newsletter "The Blind Perspective" aus den USA hatte ich dann die Idee, deren sogenannte Braillables zu übersetzen und auf unserer Webseite zu veröffentlichen.
Das waren Anleitungen für Braillebilder, die nach und nach im Newsletter handverlesen erschienen.
Die Autorin fand die Idee großartig, und auch unsere Vereinsmitglieder (viele davon Sehende) waren begeistert. Sogar so begeistert, dass beschlossen wurde, die Braillebilder als komplettes Projekt auszugliedern.
Ein ehemaliger Mitschüler aus marburger Zeiten trug indirekt auch dazu bei, denn ich erinnerte mich daran, dass er auf der Eurotype immer sehr ausgefallene Bilder, auch mit Halbabständen, kreiert hatte.
Da waren Autos und noch viele andere Dinge mehr entstanden.
Wir beantragten daraufhin Fördermittel bei der Aktion Mensch, die uns nach einiger Zeit auch bewilligt wurden.
René, der mit mir zusammen mittlerweile auch Schnupperkurse zur Brailleschrift gibt und zudem beim Unterrichten der Braillenotenschrift sehr aktiv ist, stieg als sehender "Bildhauer" mit ein und holte Thomas, einen seiner Freunde, mit ins Boot, der schließlich auch die meisten Entwürfe zu den Braillebildern beisteuerte.
René zeigte Thomas ein Braillebild, und der war so fasziniert, dass er gleich selbst mit einstieg, und zwar mit einem Eichhörnchen.
Nach Projektabschluss führten wir die Bilderserie auf Renés Seite www.brailleart.de eigenständig weiter.
So gehen wir damit an verschiedene Schulen, erzählen etwas zur Entstehung der Brailleschrift und lassen die Schüler natürlich auch selbst an Tasten und Tafel.
Die Aktion in Nossen entstand über eine Freundin von Anja, die dort Lehrerin ist und zu ihrem Aktionstag etwas besonderes machen wollte. Nächstes Jahr sind wir mit einfach machbar zum fünften Mal dabei, bepackt mit Bildern, Sachen zum Tasten, Schnuppern und Erleben. Die Atmosphäre ist immer herzlich, und die Schüler sind neugierig und immer offen.
Ein Engel in Nossen
Für einige von uns Mitglieder des Vereins einfach machbar e.V. ist es schon zur Tradition geworden, beim Tag der Zivilcourage am Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen einen Projekttag für die 7. Klassen mitzugestalten. Die Schüler ertasten unter der Augenbinde Gegenstände, essen Joghurt und führen einander durch einen Parcours in der Turnhalle. Außerdem dürfen sie eine blinde Person zu deren Alltag befragen und machen einen Braille-Schnupperkurs.
Der Empfang ist immer herzlich, und die Kinder und Jugendlichen sind stets fasziniert von den Punkten. Der Name darf geschrieben werden, kleine Textchen, die wir dann vortragen, und manchmal entsteht auch ein Bild aus Punkten.
In einer kleinen Pause zwischen den Workshops hackten Anja und ich, zwei blinde Workshopleiter, mit unserem sehenden Bilderschöpfer René ein neu kreiertes Bild in die Punktschriftmaschinen.
Wir wollten es im Schnellverfahren tippen, um das Ergebnis live unter den Fingern zu haben.
Würden wir es erkennen können? Das Bild hatten wir vorher ja noch nicht betastet, also würden unsere beiden Engel in Nossen Premiere feiern. Langsam füllte sich der Klassenraum mit einer neuen Schülergruppe, die uns neugierig zuschaute. Leider reichte die Pausenzeit nicht aus, sodass wir die halbfertigen Braillebilder ausspannten und begannen, den Schülern die Brailleschrift zu erklären.
Als dann alle eifrig Brailletexte entzifferten und die Punktschriftmaschinen ausprobierten, fragte eine Schülerin, die gerade ihren Namen geschrieben hatte, freudestrahlend und aufgeregt : "Kann ich bitte den Engel haben?" "Aber der ist doch noch gar nicht fertig", sagten wir.
Das Mädchen blieb auf nette Art hartnäckig und meinte, sie würde auch allen anderen die Punktschrift zeigen und uns sämtliche Arbeiten abnehmen, wenn sie nur dieses Bild bekommen könnte.
Am Ende haben wir die Engel natürlich fertig getippt und beide dann an die Kinder verteilt. Das eine Braillebild bekam selbstverständlich das Mädchen, unsere eifrige Helferin, das andere durfte ebenfalls mitgenommen werden.
Das Strahlen in der Stimme des Mädchens werde ich nie vergessen! Und auch sie hat uns beschenkt. Nach dem Kurs reichte sie Anja einen Zettel, auf den sie in Braille geschrieben hatte: "Ich bin sehr froh, diese Erfahrung mit Ihnen gemacht zu haben."
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