Tag der Zivilcourage

Tag der Zivilcourage

Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen

Geschwister-Scholl-Gymnasium, Nossen

Am 11.02.2022 unterstützte ein Team von einfach machbar die Projektangebote für die siebte Klasse am Tag der Zivilcourage im Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen. An vier Stationen konnten die SchülerInnen erleben, wie es wäre, nicht sehen zu können. Dietmar beantwortete Fragen zu seinem Alltag als blinder Mensch, während Anja und Nermin unterstützt von René einen kleinen Einblick in die Brailleschrift gaben. Dazu bekamen alle ein Braillealphabet, anhand dessen sie einen Text entziffern und ihren Namen auf einer Punktschriftmaschine schreiben konnten. Die von den LehrerInnen betreuten Projektstationen beschreibt Janos Hopf in seinem Bericht. Zum Schluss führten uns engagierte SchülerInnen in die Aula und versorgten uns mit Kaffee, Tee und Kuchen von einem Büfett, das die Schule für die externen ProjekthelferInnen bereitgestellt hatte. Danach erwartete uns noch etwas Besonderes: Die Betreuerin der beeindruckenden Schulbibliothek präsentierte uns ein altes, handgeschriebenes Braillebuch.

Am 11.02.2022 unterstützte ein Team von einfach machbar die Projektangebote für die siebte Klasse am Tag der Zivilcourage im Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen.

An vier Stationen konnten die SchülerInnen erleben, wie es wäre, nicht sehen zu können. Dietmar beantwortete Fragen zu seinem Alltag als blinder Mensch, während Anja und Nermin unterstützt von René einen kleinen Einblick in die Brailleschrift gaben. Dazu bekamen alle ein Braillealphabet, anhand dessen sie einen Text entziffern und ihren Namen auf einer Punktschriftmaschine schreiben konnten. Die von den LehrerInnen betreuten Projektstationen beschreibt Janos Hopf in seinem Bericht.

Zum Schluss führten uns engagierte SchülerInnen in die Aula und versorgten uns mit Kaffee, Tee und Kuchen von einem Büfett, das die Schule für die externen ProjekthelferInnen bereitgestellt hatte. Danach erwartete uns noch etwas Besonderes: Die Betreuerin der beeindruckenden Schulbibliothek präsentierte uns ein altes, handgeschriebenes Braillebuch.

SchülerInnen arbeiten an verschiedenen Stationen mit der Schreibmaschine für Blindenschrift

Tag der Zivilcourage – ein Bericht von Janos Hopf

Tag der Zivilcourage – ein Bericht von Janos Hopf

Klasse 7, Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen

Klasse 7, Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen

Am 11.02.2022 war ein besonderer Projekttag. Drei blinde Menschen waren in unserer Schule zu Besuch und einer von ihnen, Dietmar, hat uns einiges über seinen etwas anderen Alltag, seine Schwierigkeiten und über sein Hobby erzählt. Gemeinsam durchliefen wir verschiedene Situationen an vier Stationen. 

Blind Gegenstände erraten und blind essen
Bei dieser Situation ging es darum, zu sehen wie kompliziert es ist, blind Gegenstände herauszufinden. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe bekam einen Gegenstand. Wir mussten mit Hilfe unserer verbleibenden Sinne Riechen, Fühlen und Hören herausfinden, was für ein Gegenstand vor uns auf dem Tisch lag. Es war ein ziemlich beklemmendes Gefühl, nichts mehr zu sehen. Man wusste nicht genau, wo die anderen saßen, plötzlich konnte man auch Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen. Ich musste mich darauf verlassen, dass die anderen mit mir zusammenarbeiten. Im zweiten Teil der Stunde haben wir blind gegessen. Das hat sich als ziemlich kompliziert herausgestellt.

Blindenschrift lesen und schreiben
Blindenschrift liest man, indem man sie fühlt. Sie besteht aus gleich großen Punkten, die durch unterschiedliche Anordnung und Anzahl Buchstaben, Zahlen und Worte ergeben. Das Lesen war ziemlich kompliziert und mühsam. Mit Hilfe einer Übersetzungstabelle sollten wir ein Gedicht übertragen. Das Schreiben der Blindenschrift war noch komplizierter. Die Schreibmaschinen haben sieben Tasten und mit diesen kann man Buchstaben und Sätze schreiben. Bei einer ganz normalen Schreibmaschine hat eine Taste einen Buchstaben. Bei einer Schreibmaschine für Blindenschrift muss man mehrere Tasten für einen Buchstaben drücken. Ich fand es ziemlich beeindruckend zu sehen, wie schnell blinde Menschen auf dieser Tastatur schreiben können.

Blindenhindernislauf
Als letzte Station stand ein Hindernisparcours auf dem Programm. Wir wurden in zwei Mannschaften eingeteilt und zunächst hat jede Mannschaft ihren eigenen Parcours gebaut. Unsere Aufgabe bestand darin, einen Partner blind durch den Parcours zu führen. Man hat bei dieser Station gemerkt, wie schwierig es ist, sich mittels tasten und fühlen durch den Parcours zu bewegen. Als Blindenführer hatte man eine sehr hohe Verantwortung und musste auch die gesamte Zeit konzentriert bleiben. Es war notwendig, die ganze Zeit genaue Anweisungen zu geben. Man musste an sehr viele Kleinigkeiten denken, damit nichts passierte.

Gesprächsrunde
Zum Schluss hatten wir die Möglichkeit, Dietmar unsere Fragen zu stellen. Dietmar konnte mal sehen und weiß dadurch, wie die Welt aussieht bzw. ausgesehen hat. Er hat aber noch Lichtwahrnehmungsvermögen und konnte uns sagen, auf welcher Seite des Raumes die Fenster waren. Sein Sehvermögen beschreibt er als undurchdringlichen Nebel. Dietmar hat uns einiges aus seinem Alltag erzählt: welche Probleme er hat, was ihm dadurch schon passiert ist und wie er sich die Welt vorstellt, ohne dass er sie sehen kann. Er beschriftet zu Beispiel die Türen seiner Schränke. So weiß er, was sich in welchem Schrank befindet. Mit Hilfe eines Blindenstocks konnte er sich zügig durch die Schule bewegen. Alle waren sehr erstaunt, dass er sogar ein Handy hat, welches er problemlos bedienen kann.

Bei diesem Projekttag ist einem klar geworden, welche Probleme blinde Menschen haben können und wie viel sie üben bzw. lernen müssen. Für sie sind teilweise andere Dinge relevanter zu lernen, als für Sehende. Es ist toll, dass sie trotz Blindheit ihren Alltag meistern können.

Am 11.02.2022 war ein besonderer Projekttag. Drei blinde Menschen waren in unserer Schule zu Besuch und einer von ihnen, Dietmar, hat uns einiges über seinen etwas anderen Alltag, seine Schwierigkeiten und über sein Hobby erzählt. Gemeinsam durchliefen wir verschiedene Situationen an vier Stationen. 

Blind Gegenstände erraten und blind essen
Bei dieser Situation ging es darum, zu sehen wie kompliziert es ist, blind Gegenstände herauszufinden. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe bekam einen Gegenstand. Wir mussten mit Hilfe unserer verbleibenden Sinne Riechen, Fühlen und Hören herausfinden, was für ein Gegenstand vor uns auf dem Tisch lag. Es war ein ziemlich beklemmendes Gefühl, nichts mehr zu sehen. Man wusste nicht genau, wo die anderen saßen, plötzlich konnte man auch Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen. Ich musste mich darauf verlassen, dass die anderen mit mir zusammenarbeiten. Im zweiten Teil der Stunde haben wir blind gegessen. Das hat sich als ziemlich kompliziert herausgestellt. 

Blindenschrift lesen und schreiben
Blindenschrift liest man, indem man sie fühlt. Sie besteht aus gleich großen Punkten, die durch unterschiedliche Anordnung und Anzahl Buchstaben, Zahlen und Worte ergeben. Das Lesen war ziemlich kompliziert und mühsam. Mit Hilfe einer Übersetzungstabelle sollten wir ein Gedicht übertragen. Das Schreiben der Blindenschrift war noch komplizierter. Die Schreibmaschinen haben sieben Tasten und mit diesen kann man Buchstaben und Sätze schreiben. Bei einer ganz normalen Schreibmaschine hat eine Taste einen Buchstaben. Bei einer Schreibmaschine für Blindenschrift muss man mehrere Tasten für einen Buchstaben drücken. Ich fand es ziemlich beeindruckend zu sehen, wie schnell blinde Menschen auf dieser Tastatur schreiben können.

Blindenhindernislauf
Als letzte Station stand ein Hindernisparcours auf dem Programm. Wir wurden in zwei Mannschaften eingeteilt und zunächst hat jede Mannschaft ihren eigenen Parcours gebaut. Unsere Aufgabe bestand darin, einen Partner blind durch den Parcours zu führen. Man hat bei dieser Station gemerkt, wie schwierig es ist, sich mittels tasten und fühlen durch den Parcours zu bewegen. Als Blindenführer hatte man eine sehr hohe Verantwortung und musste auch die gesamte Zeit konzentriert bleiben. Es war notwendig, die ganze Zeit genaue Anweisungen zu geben. Man musste an sehr viele Kleinigkeiten denken, damit nichts passierte.

Gesprächsrunde
Zum Schluss hatten wir die Möglichkeit, Dietmar unsere Fragen zu stellen. Dietmar konnte mal sehen und weiß dadurch, wie die Welt aussieht bzw. ausgesehen hat. Er hat aber noch Lichtwahrnehmungsvermögen und konnte uns sagen, auf welcher Seite des Raumes die Fenster waren. Sein Sehvermögen beschreibt er als undurchdringlichen Nebel. Dietmar hat uns einiges aus seinem Alltag erzählt: welche Probleme er hat, was ihm dadurch schon passiert ist und wie er sich die Welt vorstellt, ohne dass er sie sehen kann. Er beschriftet zu Beispiel die Türen seiner Schränke. So weiß er, was sich in welchem Schrank befindet. Mit Hilfe eines Blindenstocks konnte er sich zügig durch die Schule bewegen. Alle waren sehr erstaunt, dass er sogar ein Handy hat, welches er problemlos bedienen kann.

Bei diesem Projekttag ist einem klar geworden, welche Probleme blinde Menschen haben können und wie viel sie üben bzw. lernen müssen. Für sie sind teilweise andere Dinge relevanter zu lernen, als für Sehende. Es ist toll, dass sie trotz Blindheit ihren Alltag meistern können.

SchülerInnen sprechen mit den Vereinsmitgliedern über Zivilcourage

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